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In der Rubrik Wanderbücher finden Sie eine kleine Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wandern in Franken.

 

Wandervorschlag März 2008 Drucken E-Mail
Bewertung: / 11
SchlechtSehr gut 

 Zu Burgen, Schlössern und Ruinen am Rand der Hassberge

Ebern – Eyrichshof – Siegelfeld – Lichtenstein – (Rückertsteine – Gereuth)- Ruine Rotenhan - Rotenhan - Ebern 

Weglänge: 16 km (verkürzt 13,5 km)

Reine Gehzeit: 4  bzw. 4,5 Stunden.

Anfangspunkt: Bahnhof Ebern. Bahnstrecke 826 Bamberg – Ebern. Zugverbindungen meist im Zweistundentakt. 

Endpunkt: Wie Anfangspunkt.

Gelände: Die Anstiege sind mäßig. Knapp die Hälfte der Strecke verläuft im Wald. Etwas Orientierungsvermögen und eine genaue Wanderkarte, evtl auch ein Kompass, sind im Wald zwischen Siegelfeld und Lichtenstein wichtig. Gute Wanderschuhe sind zu empfehlen.

Karte: Wanderkarte Haßberge oder Wanderkarte Oberes Maintal/Coburger Land, beide im Maßstab 1:50 000, herausgegeben vom Bayerischen Landesvermessungsamt. Auch die Fritsch Wanderkarten für diese Gebiete sind gut brauchbar.

Empfohlene Jahreszeit: Nicht an heißen Tagen, bei Schneeglätte und nach starken Regenfällen. Sonst das ganze Jahr über schön und interessant.

Sehenswertes:

Ebern: Von der mittelalterlichen Befestigung sind große Teile der Stadtmauer, vier Ecktürme und ein Torturm erhalten. Das Rathaus hat einen prachtvollen Fachwerkgiebel. Die Pfarrkirche und daneben die Friedhofskapelle St. Peter und Paul (zweigeschossig, das Untergeschoss war früher ein „Beinhaus“) bilden eine unversehrte mittelalterliche Baugruppe.

Eyrichshof: Das frühere Wasserschloss wurde nach der Zerstörung im Bauernkrieg 1530 im Renaissancestilwiederaufgebaut. Von der Ringmauer steht noch ein Rundturm im Eingangsbereich. An der Schlosskirche Wappen der Adelsfamilien Rotenhan und Erffa.

Lichtenstein: Die Burganlage ist teils (Nordburg) Ruine mit Halsgraben, Ringmauer und Rundturm aus Buckelquadern, teils gut erhaltene Schlossanlage (Südburg), die mit ihrem Torbau und dem Burghof malerische Ansichten bietet. Bergfried und Wohnbauten stammen aus der Zeit vom 13. bis 16. Jahrhundert.

Gereuth : Kirche, altes und neues Schloss bilden zusammen eine schöne Baugruppe. Die vornehme Schlosskirche, von Greising erbaut, ist durch eine Terrasse mit Balustrade aus der Umgebung hervorgehoben. Daneben liegt das alte Schloss mit 10 Rundbogenarkaden aus der Zeit um 1600. Das neue Schloss ist ein repräsentativer Dreiflügelbau; es handelte sich ursprünglich um ein Wasserschloss. Der Bau wurde nach 1700 für den Bamberger Fürstbischof von Greiffenklau errichtet.

Ruine Rotenhan: Die 1323 zerstörte Burg durfte nach kaiserlichem Entscheid nie mehr aufgebaut werden. 5 Felsblöcke bilden den Kern der Anlage. Treppen und Tore sind in den Felsen gehauen, Mauern stehen nicht mehr. Die Burg besaß ursprünglich auch einen Vorhof, Ringmauern und Vorwerke.

Auf den Anhöhen über dem Baunachgrund finden wir am Rand der Haßberge zahlreiche Burgen und Ruinen. In deren Blickfeld lag die Fernhandelsstraße im Tal der Baunach. Auf den Burgen saßen Angehörige der fränkischen Ritterschaft, so die Lichtensteiner auf der gleichnamigen Burg, deren Geschlecht ausgestorben ist, und die Grafen Rotenhan, deren Geschlecht heute noch fortbesteht und die Schlösser in Rentweinsdorf und Eyrichshof bewohnt. Die schöne Renaissanceanlage von Schloss Eyrichshof mit ihrem großen Park besuchen wir auf unserer Wanderung.

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Abb. 1: In der Altstadt von Ebern

Wenn wir dann mit etwas Orientierungssinn nach Lichtenstein hinaufgefunden haben, besichtigen wir dort die interessante Burg (Ruine). Sie besteht aus einer Nordburg und einer Südburg. Die Südburg mit ihrem mächtigen Bergfried ist noch bewohnt. In ihr befindet sich eine Speisegaststätte. Die Nordburg ist Ruine. Am Turm mit großen Buckelquadern fallen die hohen Schießscharten auf.

Beim Weiterweg müssen wir uns entscheiden, ob wir den „Rückertsteinen“ und dem Ort Gereuth einen Besuch abstatten oder direkt zur Ruine Rotenhan wandern wollen. Im Wald (in einem ehemaligen Steinbruch?) finden wir einen gegrabenen Keller und eine Rückertbildtafel mit einem Sinnspruch des Dichters, etwas später auch einen “Einsiedlerstein“ mit einem langen und schwer zu entziffernden Text. Der junge Rückert kam öfters hierher zu den „Gereuther Tannen“. Auch Gereuth war Sitz eines adligen Geschlechts, dem verschiedene Bischöfe entstammen. Die Pfarrkirche ist ein beeindruckender Barockbau, die beiden Schlösser (in einem befindet sich ein Antiquitätenhandel und eine Gaststätte) sind etwas renovierungsbedürftig. Der auf einer Wiese mit Bäumen nahe dem Schloss gelegene Biergarten kann durchaus ein Grund dafür sein, der Wegvariante über Gereuth den Vorzug zu geben.

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Abb. 2: Eingangsportal von Schloss Eyrichshof

Ein weiterer Höhepunkt der Wanderung ist der Besuch der Ruine Rotenhan. Auch wenn die Mauern schon im hohen Mittelalter gänzlich zerstört wurden, können wir von der Anlage noch mehrere gotische Tore, Treppen und Durchlässe sehen; denn diese Anlagen wurden direkt in Felsen eingemeißelt und konnten so nicht zerstört werden. Auch Ebern verdient einen Besuch. Der Marktplatz weist sehr schöne Fachwerkbauten auf. Hinter der Kirche befindet sich das frühere Wohnhaus des Dichters Friedrich Rückert. Für eine Erfrischungspause im Sommer bieten sich die kleinen Biergärten bei dem Gasthof Post und hinter dem großen Cafe an, an dem wir kurz danach vorbeikommen.

Wegbeschreibung

Am Bahnhof Ebern gehen wir kurz in Fahrtrichtung des eingefahrenen Zugs geradeaus und dann nach links an einem Parkplatz entlang zur Stadtmauer hin, wo wir nach rechts an der Mauer entlang wandern und später leicht nach links der Innenstadt zustreben. Hier halten wir uns nach rechts und folgen der Hauptstraße. Bei dem Gasthof Post zweigt rechts die Straße nach Coburg ab; wir laufen hier geradeaus weiter. Links befindet sich der Eberner Friedhof mit einer Kapelle. Ein Verkehrskreisel wird dann bald erreicht. Auch hier laufen wir in der bisherigen Richtung, am früheren Bahnhof mit seinen Laderampen vorbei, weiter. Bald nach dem alten Bahngelände und einem gewerblichen Parkplatz sehen wir rechts den Wegweiser für den Radweg nach Fischbach, dem wir folgen . Nach einem Straßenstück („Am Judenfriedhof“) geht es links auf dem geteerten Weg, der auf der früheren Bahntrasse verläuft, bis Eyrichshof.

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Abb. 3: Park und Schloss von Eyrichshof

Bei den ersten Häusern der Ansiedlung stoßen wir auf eine Autostraße; Zum Weiterweg halten wir uns hier rechts; zum Besuch der nahen Schlossanlage müssen wir hier nach links gehen. Dann folgen wir der Straße in Richtung Gereuth. Sie führt an dem Dorf Rotenhan vorbei zum Wald hinauf. Dort am Waldbeginn biegen wir nach links in einen leicht befestigten Weg ein (Wegweiser „Schöne Aussicht“), der uns längere Zeit am Waldrand entlang führt und uns dann durch einen Hohlweg nach Siegelfeld bringt.

Dort beim ersten Haus kommen wir zu einer Teerstraße, an der wir ein kurzes Stück geradeaus bis zu einer Gabelung entlanggehen. An dieser laufen wir nicht nach links in die Ortsmitte, sondern geradeaus (rechts) und gelangen auf geteertem Weg an Wohnhäusern vorbei wieder aus dem Ort heraus. Nach wenigen Metern nach dem letzten Haus schwenkt das Teersträßchen nach links; hier gehen wir rechts (geradeaus) auf einem Feldweg weiter (Schild „Naturschutzzone“). Dem Weg folgen wir für einige Minuten. Rechts sehen wir einen kleinen Teich mit einem Verbotsschild. Bald danach schwenkt der Weg etwas nach rechts, Hier verlassen wir den Feldweg und gehen geradeaus auf einem sehr dürftigen begrasten Weg leicht bergauf.  An der Abzweigestelle, die noch vor einem zweiten Teich liegt, befindet sich (Sommer 2009) rechts vom Weg ein Holzstapel. Der ursprüngliche eigentliche Weg führt kurz nach der Kurve links in einem Hohlweg bergan, doch ist dieser zeitweise zugewachsen, weshalb auf den erwähnten „dürftgen Weg“ ausgewichen wird. Oben auf der Höhe läuft man geradeaus auf einer Wegspur im Feld und dann weglos am Feldrain längs einer Hecke  weiter. Bald kommt dann rechts der alte Hohlweg hinzu. Unser Weg ist nun wieder deutlich erkennbar. Es folgt eine Kreuzung, hier wandern wir geradeaus (später an einem Zaum entlang) weiter und stoßen auf einen breiten befestigten Weg (30 Meter rechts steht eine Ruhebank).

Wir überqueren geradeaus die kleine Straße und laufen auf einem nicht besonders guten Weg in den Wald hinein. Der Waldpfad schwenkt bald leicht nach rechts. In einem feuchten Graben laufen wir geradeaus. Unsere einzuschlagende Richtung im gesamten Waldbereich ist Nordost bis Nord. Ein Jägerstand wird passiert, dann geht es ein Stück leicht bergauf und wieder ziemlich hinab in einen Bachgraben. Kurz nach diesem stoßen wir auf ein in West-Ost-Richtung verlaufendes Waldsträßchen. Von diesem zweigt (an unserer Einmündungsstelle) ein etwa vier Meter breites Waldsträßchen in Richtung Norden ab. Diesem folgen wir. Wir laufen also an der Einmündungsstelle geradeaus. Auf dem befestigten Waldsträßchen bleiben wir längere Zeit. Es wird mit der Zeit etwas schmäler und steigt kräftig bergan. Bei einem größeren Felsen kommt von links ein Weg hinzu. Wir steigen weiter. Oben wird unser befestigter Weg ziemlich eben und nähert sich dann der Autostraße nach Lichtenstein. Bevor diese erreicht wird, geht rechts ein größerer Weg bergan, den wir unbeachtet lassen. An der Autostraße halten wir uns rechts und erreichen auf ihr die ersten Häuser von Lichtenstein. Wir durchqueren den Ort, an Schlosseingang, Gaststätte  und Ruine (dorthin kleine Linksabzweigung) vorbei.


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Abb. 4: Ausblick bei Gereuth zu den Banzer Bergen

Zum Weiterweg biegen wir nach der Abzweigung zur Ruine am nördlichen Ortsende rechts ein, einem Wegweiser nach Heilgersdorf folgend. Unsere Markierungszeichen ist der grüne Turm. Bei der Gabelung bei dem Friedhof gehen wir geradeaus, einem verblassten Zeichen „Turm“ folgend. Nach etwa 15 bis 20 Minuten wird nach einer Wiese links am Wald eine Abzweigung erreicht. 

Wenn wir die abgekürzte Route wählen, halten wir uns hier rechts und folgen dem „Grünen Turm“. Diese Markierung führt durch Wald zu einer Autostraße, an der man für 30 Meter  nach links wandert, um dann wieder rechts einzubiegen und nun für längere Zeit am Waldrand entlang auf befestigtem Weg zu gehen, bis man zu der Autostraße, die von Gereuth-Kurzewind kommt und nach Eyrichshof führt, an der es nach rechts weitergeht.

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Abb. 5: In Felsen gehauen: Ruine Rotenhan

Wenn wir uns für die längere Strecke entscheiden, gehen wir an der erwähnten Stele mit dem „Gelben Turm“ geradeaus weiter und erreichen nach gut 10 Minuten eine Autostraße. Dieser folgen wir geradeaus bergab auf eine Länge von etwa 400 Metern. Dann biegen wir rechts in einen breiten befestigten Weg ein, der mit dem Wanderzeichen Rückertkopf gekennzeichnet ist. Wir folgen durch Wald den Markierungen „Rückertkopf“ und „Grünes Dreieck“. Nach etwa 1 km achten wir darauf, dass das Rückertzeichen uns von dem breiten und guten Weg nach links in einen einfacheren Waldweg hineinführt. Dieser bringt uns zu einer Gabelung mit einem Wegweiser „Rückertsteine 100 Meter“, die wir nun gleich erreichen.

Wir gehen dann zu dem erwähnten Wegweiser zurück und hier nach links (Zeichen „Grünes Dreieck“) und kommen wieder auf den Hauptweg, den wir zuvor verlassen hatten. Auf diesem wandern wir nach links. Rechts sehen wir dann die Abzweigung zum „Einsiedlerstein „ ( ca. 200 Meter Entfernung). Die Waldstraße bringt uns zum Ortsbeginn von Gereuth. Auf der Straße laufen wir zur Kirche und den Schlössern hinunter. Der Biergarten liegt links von dem „Neuen Schloss“.

An der Kreuzung in der Ortsmitte halten wir uns rechte und gehen auf der Straße in Richtung Kurzewind-Eyrichshof gut 10 Minuten lang den Berg hinauf. Bei einem Wäldchen sehen wir rechts einen Weg abbiegen. Diesem folgen wir an dem kleinen Wald entlang. Bei einer Kreuzung gehen wir geradeaus und kommen zum Wald. Hier stoßen wir auf den Weg mit der Markierung „Grüner Turm (dies ist der direkte Weg von Lichtenstein her).Von dem Zeichen „Grüner Turm“ lassen wir uns nach links weiterführen und kommen zu der Teerstraße, die von Kurzewind nach Eyrichshof führt.

Gemeinsam für die abgekürzte Route wie auch für die längere Strecke gilt nun folgendes: Nach rechts bringt uns die Straße bergab bei einem Parkplatz mit Erläuterungstafeln zu der Ruine Rotenhan hin.

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Abb. 6: Biergarten von Schloss Gereuth

Wir laufen dann  kurz auf der Straße weiter bergab. An der Straßenkurve biegen wir links (geradeaus) ab; wir sehen hier drei verschiedene Markierungen, die uns auf ausgefahrenem und manchmal nassem Weg weiter hinunterbringen. Wir stoßen bei Gärten, die zu Häusern vom Dorf Rotenhan gehören, auf einen breiten Schotterweg, auf dem wir nach links weiterlaufen, zunächst ein wenig bergan, dann eben. Wenn dann dieser Weg nach links schwenkt und zu steigen beginnt, verlassen wir ihn rechts (geradeaus) auf einem ebenen einfachen Waldweg (ohne Markierung). Ziemlich am Waldende angelangt schwenkt der kleine Weg nach rechts und führt zwischen Hecken weiter, nunmehr bergab. In einer Nische steht ein verstecktes Bänkchen. Auf einem Graspfad zwischen einer Hecke rechts und einem Weidezaun links laufen wir bergab und erreichen unten bei einem Gewerbegrundstück wieder einen befestigten Weg, der uns nach rechts weitergehen lässt und dann mit einem kurzen Links-Rechtsschwenk wieder zu dem uns bereits bekannten Radweg hinbringt. Nach links gehen wir in den Ort hinein. Bei der Abzweigung der Coburger Straße laufen wir geradeaus und kommen an einem Cafe (mit einem Garten dahinter) vorbei. Mit einer Linkskurve erreichen wir dann leicht bergauf den Marktplatz. Nach der Kirche können wir links über die Rückertstraße an der alten Friedhofskapelle vorbei und dann rechts über die Ritterstraße zum Bahnhof hingelangen.

Biergarteneinkehr bei der Burgenwanderung im Haßgau

Die Schlossgaststätte Lichtenstein besitzt einen netten Innenhofgarten. Auf der reichhaltigen Speisekarte findet man verschiedene Pfannengerichte, oft auch Wild. Freitags, samstags und an Sonn- und Feiertagen ist auch mittags geöffnet.

Der am Rand des Schlossparks von Gereuth schön gelegene Biergarten Gereuth mit schattigen und sonnigen Plätzen hat während der Biergartensaison an Freitagen und Samstagen ab 15 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bereits ab 11 Uhr geöffnet. Im Internet siehe unter www.schloss-gereuth.de

In Ebern gibt es mehrere Gaststätten und Straßencafes, darunter auch die oben erwähnten kleinen Biergärten. 

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