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In der Rubrik Wanderbücher finden Sie eine kleine Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wandern in Franken.

 

Wandervorschlag Okt 2008 Drucken E-Mail
Bewertung: / 9
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Zur Hohenzollernburg und zu Aussichtspunkten

im Kulmbacher Land

 Kulmbach - Plassenburg – Tennach – Spitzeichen - Aussichtsturm Spitzeichen – Eichholz - Trebgast

Weglänge: 12 km.

Gehzeit: 3,5 Stunden.

Anfangspunkt: Bahnhof  Kulmbach. Stündlich ein Regionalexpress auf der Strecke Bamberg-Lichtenfels-Bayreuth (teilweise mit Umsteigen in Lichtenfels).

Endpunkt: Bahnhof Trebgast. Bahnstrecke und Zugtakt wie bei Anfangspunkt.

Gelände: Abwechslungsreiches Wald- und Wiesengelände, überwiegend markierte, nicht geteerte Wege. Nur zur Plassenburg hinauf ist eine etwas größere Steigung zu bewältigen.

Karte: Wanderkarte Oberes Maintal/Coburger Land im Maßstab 1 : 50 000 des Landesvermessungsamts München

Empfohlene Jahreszeit: Ganzjährig möglich. Besonders empfehlenswert an Tagen mit guter Fernsicht.

Sehenswertes:

Kulmbach:  Das mittelalterliche Stadtbild ist nur teilweise erhalten (2 Türme). In der „oberen Stadt „ steht der stattliche Baukörper der evang. Stadtkirche, die einen imposanten Barockaltar von 1650 besitzt.

Plassenburg:  Die Festungsanlage (erstmals 1135 genannt) mit ihrem dreifachen Mauerring war eine der am stärksten befestigten des Gebiets und galt lange Zeit als uneinnehmbar. Napoleon hat ihr erste Zerstörungen zugefügt. Durch ein Außentor gelangt man in den Kasernenhof mit der von dem letzten Markgrafen errichteten Kaserne (später Gefängnis). An dessen Ostflügel steht der Christiansturm mit dem Reiterstandbild dieses Markgrafen. Über das „Rondell“ (Aussicht!) gelangt man dann durch ein Renaissanceportal in den „Schönen Hof“, der im Wesentlichen in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden ist. An drei Seiten ist er durch offene Arkadengänge mit reichem plastischen Schmuck begrenzt.

Trebgast: Ansehnliche Pfarrkirche im typischen Stil der protestantischen Dorfkirchen zur Zeit des Markgrafen Friedrich. Hervorragende Ausstattung aus der Zeit des protestantischen Rationalismus.

Diese sehr abwechslungsreiche Wanderung gehört zu den Lieblingstouren des Verfassers. Sie beginnt im hübschen Städtchen Kulmbach, das im Bereich der Altstadt an der Langgasse und der oberen Stadt mit Stadtpfarrkirche noch einiges an guter Bausubstanz aufzuweisen hat. Kulmbach war Residenzstadt einer Linie der Hohenzollern, die dann im Jahr 1602 ihre Hofhaltung nach Bayreuth verlegt hat. Aus der Zeit der markgräflichen Herrschaft stammt die auf dem Berg gelegene, auf das 12. Jahrhundert zurückgehende, Plassenburg, die wir bereits bei unserem Gang durch die Stadt oben am Berg wehrhaft liegen sehen. Wenn wir die Anlage noch nicht kennen, sollten wir es nicht versäumen, ihr und insbesondere dem inneren Burghof („Schöner Hof“) einen Besuch abzustatten, der es an Prächtigkeit mit manchem berühmten Renaissanceburghof südlich der Alpen aufnehmen kann.

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Abb. 1:  Blick vom Rehberg auf Kulmbach und zur Plassenburg

Auf einsamen Höhenwegen geht es dann durch Laubwald, über Felder und durch einzelne Waldstücke weiter, bis man bei dem Dorf Spitzeichen einen kleinen Aussichtsturm erreicht, der uns einen reizvollen Fernblick ins obere Maintal und zum Fichtelgebirge beschert. Wenn wir den Weiler Eichholz hinter uns gelassen haben, erreichen wir ein besonders schönes Wegstück. Auf einem der Sonne zugewandten Fußweg, eingefasst von Wegsteinen und Baumreihen, laufen wir in einer herrlichen Heckenlandschaft nach Trebgast hinunter. Vermutlich handelt es sich um einen alten, einst sorgfältig hergestellten Weg von den Häusern auf der Höhe hinunter zur Kirche von Trebgast. Der Weg ist zwischenzeitlich weder zugewachsen noch durch neueren Wegeausbau verändert worden.

An Sonntagen finden wir bereits auf der Wanderstrecke Einkehrmöglichkeiten. In Trebgast sind für eine Schlusseinkehr (auch am Werktag) zwei Gaststätten vorhanden. Besonderes Lob verdient der vielfach prämierte Gerstensaft der Brauerei Haberstumpf, die in Trebgast beheimatet ist.

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Abb. 2: Architekturdetail im Hof der Plassenburg

Noch ein Tipp: Wer die Plassenburg bereits kennt, kann die Wanderung auch über den Rehberg (mit Turm, allerdings ist die Aussicht hier recht zugewachsen) beginnen. Man startet  dann am Holzmarkt und erreicht über  Langgasse, Schjeßgraben, Heiligschwertturm katholische Kirche, den Fußweg zur Bergstraße und die Bergstraße den Rehberg. Auf der Höhe - noch vor dem Waldbeginn - hat man einen prächtigen Blick zur Stadt hinunter und zur Plassenburg. Dann folgt man immer der Markierung „Roter Strich“ und erreicht die unten beschriebene, von Tennach her kommende Wanderstrecke.

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Abb. 3:  Der schöne Renaissanceinnenhof in der Plassenburg

Wegbeschreibung

Am Bahnhof Kulmbach überquert man an einer Ampel eine stark befahrene Straße und geht geradeaus. Rechts befindet sich dann der Eingang zu einem Einkaufscenter.. Man stößt bei einem Eiscafe auf eine Querstraße und hält sich hier links. Der Holzmarkt wird nun erreicht, hier geht es in der Fußgängerstraße bis zum Marktplatz mit dem Rathaus. Leicht nach rechts läuft man in die „Obere Stadt“ weiter. Bald führt uns links ein Treppenweg mit Wegweiser in Richtung Burg bergauf. Man erreicht die alte Zufahrtsstraße zur Plassenburg und kommt dort zunächst durch ein Tor in den so genannten Kasernenhof (mit Parkplatz und Bushaltestelle).

Hier sehen wir auch eine Wandertafel. Wir begeben uns zur linken hinteren Ecke des Hofs (nach rechts können bergauf wir die obere Burganlage mit dem bedeutsamen Innenhof erreichen). Wir erblicken hier die Markierungen Blaues Kreuz, Roter Doppelstrich und M. Nach Verlassen der Burg wandern wir geradeaus und kommen an einem Forsthaus vorbei zum Waldbeginn. Nach ungefähr 100 Metern im Wald halten wir uns bei einer Gabelung rechts und folgen weiter den genannten Zeichen und außerdem einer Markierung gelber Ring. Auf gutem, eben verlaufenden, Waldweg wandern wir längere Zeit im Laubwald am Hang oberhalb eines Tals entlang. Wir kommen dann zu einem breiteren Waldsträßchen und folgen diesem geradeaus, Nach dem Waldende ist unser Weg geteert. Eine Markierung Roter Schrägstrich führt nach links weg. Sie führt auch nach Trebgast. wir bleiben aber auf dem geteerten Weg, der uns an Häusern vorbei („Maierhof“) zu einer Vorfahrtsstraße hinbringt. Diese überqueren wir und folgen der Zufahrtsstraße nach Tennach (Wegweiser). Hier liegt auf der rechten Seite das Gasthaus Rangabauer.

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Abb. 4: Im kleinen Dorf Spitzeichen

Wir steigen nach dem Gasthaus weiter bergan. Bei zwei Häusern gabelt sich die Straße. Wir könnten auch der linken, mit dem blauen Kreuz markierten folgen, doch schlagen wir den rechten, unmarkierten Weg ein, der auch geteert ist und an dem ein Verkehrsschild mit Beschränkung auf den Anliegerverkehr und auf 30 km/h steht. Geradeaus laufen wir bis zum Wald. Von rechts kommen die Markierungen 42 und  Roter Strich heran (mögliche Alternativstrecke von Kulmbach über den Rehberg!), denen wir nach links an einem Garten mit Fichtenhecke entlang folgen.  Etwas bergab kommen wir zu einer Waldstraße. Hier gehen wir nach links etwas ansteigend weiter.

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Abb. 5: Auch im Winter ist die Wanderung lohnend

Bei einer Wegkreuzung in Waldrandnähe (der Weg links kommt auch von Tennach her) wandern wir geradeaus mit der 42 (später dann 44) und dem Rotstrichzeichen auf breiterem Waldweg weiter.  Wir kommen an einem Acker vorbei und durchqueren dann wieder ein Stück Nadelwald. Nach diesem geht es über eine Wiese auf nur schwach erkennbaren Wegspuren zu einem Jägerstand hin. Hier laufen wir an der Hecke entlang geradeaus weiter und gelangen zu einer zu einer Erdstraße, die uns geradeaus weiter nach Spitzeichen bringt. Wir durchqueren den Ort und steigen etwas an. Beim letzten Haus kommen wir zu einer Straßenkreuzung. Hier müssen wir geradeaus auf einem Waldweg mit der Rotstrichmarkierung weiterlaufen. Zum Aussichtsturm machen wir hier einen Abstecher und wandern nach links auf der kleinen Straße und gehen dann nach etwa 200 Metern wieder links auf einem Fußweg zum Spitzeichenturm.

Wir marschieren zurück zu der Straßenkreuzung und biegen in den unausgebauten Waldweg mit der Rotstrichmarkierung ein. Auf diesem durchqueren wir das kleine Wäldchen und  laufen dann etwa 80 Meter am Waldrand entlang. Nun müssen wir aufpassen, denn es geht mit einem scharfen Rechtsknick (fast rückwärts)im Wald hinunter zu einer kleinen Forststraße. Hier halten wir uns links und folgen immerzu dem Waldsträßchen bis zum Weiler Eichholz.

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Abb. 6: Kirchenweg nach Trebgast hinunter

Hier erreichen wir eine Autostraße (nach links ginge es zum Hotel Röhrleinshof), wandern an dieser für etwa 100 Meter nach rechts und biegen dann noch vor einer Holzscheune rechts ein (Markierungspfeil und Zeichen 44 sind links von der Straße an einem Pfosten angebracht). An einem Hausgarten vorbei laufen wir nun auf dem Feldweg mit den genannten Markierungen immer weiter und gehen durch schönes offenes Gelände und später durch Laubwald zum Ortsbeginn von Trebgast hinunter.. Wir kommen zu einer geteerten Wohnstraße, überqueren sie und laufen gerade aus auf einem grasigen Hohlweg weiter bis ganz unten zur geteerten Straße hin. Hier müssen wir uns entscheiden ob wir noch den Ort und evtl. eine Gaststätte aufsuchen wollen. In diesem Fall laufen wir nach links bis zur Ortsmitte und dann zweimal nach rechts bis zum Bahnhof.

Direkt zum Bahnhof (knapp 15 Minuten kürzer) kommen wir, wenn wir unten an der Straße im Tal für 20 Meter nach rechts gehen und dann bei einer Treppe zum Bach hinuntersteigen. Auf der anderen Bachseite kommen wir nun nach links gehend bald zum Bahnhof.

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Abb. 7:   Kirche in Trebgast

Einkehr auf der Wanderung im Kulmbacher Land

Die erste Einkehrmöglichkeit ist das Brotzeitstübla Rangabauer in Tennach. In der kleinen Gaststube ist es recht gemütlich; man erhält sonntags frische Bratengerichte. Alle Wurst- und Fleischwaren stammen aus eigener (Bio-)erzeugung. Mittags ist  nur am Sonntag (ab 12 Uhr ) geöffnet, Näheres unter www.Rangabauer.de

Ganz nahe am Wanderweg liegt auch das Hotelrestaurant Landhotel Röhrleinshof.. Am Sonntag erhält man hier bis 14 Uhr einen Brunch. Der Wanderer zieht es wahrscheinlich vor, noch ein knappes Stündchen bis Trebgast weiterzumarschieren und dort die Schlusseinkehr einzulegen. In dem Gasthof Friedrich (www.landgasthof-friedrich.de) kann man aus einer umfangreichen Speisekarte auswählen. Solide Hausmannskost, immer auch mit einem oder mehreren warmen Gerichten, bekommt bei freundlichem Service in dem Gasthaus Dorfschänke. Auch hier erhält man Haberstumpfbier.

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