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In der Rubrik Wanderbücher finden Sie eine kleine Auswahl an interessanter Literatur zum Thema Wandern in Franken.

 

Wandervorschlag Dezember 2006 Drucken E-Mail
Bewertung: / 10
SchlechtSehr gut 

Zur nördlichsten Burganlage Bayerns

 Biergarteneinkehr in Lauenstein

 Ludwigstadt - Ebersdorf - Lauenstein – Karl-Bock-Weg - Ludwigstadt  

 

Weglänge: 14 km.

Reine Gehzeit: 4 1/4 Stunden.

Anfangspunkt: Bahnhof Ludwigstadt

Endpunkt: Wie Anfangspunkt.

Gelände: Mehrere Anstiege, zusammen über 400 Höhenmeter, erfordern etwas Kondition. Der Anstieg hinter Ebersdorf ist steil. Die Wanderung verläuft überwiegend im Wald. Die Wege sind gut markiert. Am Karl-Bock-Weg sollte man auf kleinere Kinder gut aufpassen. Evtl. bestehen auch Beeinträchtigungen durch Windbruch (siehe im Text bei Wegbeschreibung).Wanderschuhe mit Profilsohle sind sehr zu empfehlen.

Karte: Fritsch Wanderkarte Naturpark Frankenwald im Maßstab 1: 50 000.

Empfohlene Jahreszeit: Sommer (wenn es nicht gerade ein sehr heißer Tag ist). Im Winter möglich, wenn kein Schnee liegt und es nicht rutschig ist.

Sehenswertes:

Burg Lauenstein: Die sehr schöne Burganlage geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Erbauer waren die Grafen von Orlamünde. Man betritt die Anlage durch eine Vorburg (heute Hotel  und Restaurant). Durch eine Toranlage mit Wachturm kommt man in den Innenhof. Der nördliche Schlossteil ist der Thünaflügel mit turmartigen Eckbauten im Renaissancestil (innen ein Rittersaal); nach Osten und Süden schließt sich der Orlamündeflügel an, der teilweise noch auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. An der Nahtstelle der beiden Flügel steht ein achteckiger Treppenturm.

 

Bei der Frage an die Nutzer dieser Seite, für welche Region Frankens weitere Wandervorschläge besonders gewünscht werden, wurde (für mich erstaunlich) Fichtelgebirge und Frankenwald am zweithäufigsten genannt. Voila, hier also ein Wandervorschlag für den nördlichen Frankenwald. Die am meisten gewünschte Hersbrucker Alb wird demnächst an die Reihe kommen!

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Abb. 1: Talblick bei Ludwigstadt. In dem Tal verläuft die Bahnstrecke Nürnberg-Berlin

Der Frankenwald ist in der Tat eine schöne Wanderlandschaft, in großen Teilen fernab von Tourismustrubel und Verkehrslärm gelegen. Man kann beim Wandern hier wirklich die Seele baumeln lassen. Der neu angelegte Frankenwanderweg beginnt, abzweigend vom Rennsteig, hier oben an der Grenze von Franken zu Thüringen seine Wegstrecke, der durch ganz Franken bis hinunter nach Schwaben verläuft.

Wir begnügen uns mit einer Eintagestour mittlerer Länge. Langweilig wird es uns bei dieser Wanderung bestimmt nicht. Dafür sorgen die mehrfachen An- und Abstiege und der interessante Pfad zwischen Lauenstein und der Pralinenfabrik, bei dem wir die Augen schon etwas offen halten müssen, um nicht im steilen Hang hinunterzupurzeln.

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Abb. 2: Im waldreichen Frankenwald wird auch im Hausbau viel Holz verwendet (Ebersdorf)

Große Wälder sind das Kennzeichen des Frankenwalds. Nur im Fichtenwald zu gehen, kann auf die Dauer etwas eintönig werden. Bei unserer Tour ist das nicht zu befürchten, denn Wald- und Wiesenstücke mit Talblicken wechseln miteinander ab. So sehen wir schon im ersten Teil der Wanderung die Burg Lauenstein in der Ferne liegen. Wenn wir Lauenstein dann erreicht haben, so winkt uns hier nicht nur eine kräftigende Mahlzeit, sondern auch die Besichtigung einer in großen Teilen noch mit ihrem mittelalterlichen Baubestand erhaltenen prächtigen Burganlage. Vor nicht allzu langer Zeit markierte sie noch die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten.

 

Wegbeschreibung

Vor dem Bahnhof Ludwigstadt laufen wir nach rechts zur Ortsmitte hin. Nach einem großen Haus biegen wir rechts ab. Ein Wegweiser zeigt hier nach Ebersdorf. Auch verschiedene Wegmarkierungen sind angebracht. Für uns ist das „Blaue Kreuz“ (der von Kronach her kommende Burgenweg) maßgeblich, das uns bis zur Burg Lauenstein begleiten wird. Der Weg ist so gut markiert, dass man die Beschreibung kurz fassen kann.

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Abb. 3: In der Ferne wird bereits die Burg Lauenstein sichtbar

Auf einer Überführung werden die Bahngleise überquert. In schönem Wiesengelände teilen sich die Wegmarkierungen. Unser „Blaues Kreuz“ führt nach rechts, erst über Wiesen, dann durch dunklen Wald. Danach geht es in offenem Terrain gerade weiter und auf breiterem Weg bergab auf Ebersdorf zu. Bei einer Kiesgrube läuft man geradeaus weiter. In Ebersdorf  bei der Vorfahrtsstraße halten wir uns rechts, biegen aber nach 150 Metern wieder scharf nach links in eine schmale Wohnstraße ein. Ein Wegweiser „Lauenstein 4 km“ und das „Blaue Kreuz“ führen uns weiter. Nach dem Ortsende geht man noch etwa 100 Meter auf einem Schottersträßchen und biegt dann in einen Waldweg ein, der uns mit der Blaukreuzmarkierung steil bergauf führt. Ein breiterer Weg wird erreicht; man muss weiter bergan steigen. Später weiter oben schwenkt der Weg nach rechts und verläuft eben. Bei einer Waldwiese müssen wir etwas aufpassen. Hier geht es scharf nach links (Wegweiser nach Lauenstein) und auf breiterem Weg nochmals bergan. Es folgen zwei Hütten; bei der zweiten Hütte geht es nach rechts auf ebenem schönern Wiesenweg weiter, der später zu einer kleinen Teerstraße führt. An dieser laufen wir für etwa 3 Minuten bergab und biegen dann links dem Wegweiser folgend in einen Feldweg ein. Wo dieser in den Wald eintritt, geht es nach rechts ziemlch steil hinunter und dann eben weiter. Bei einer Wiese wandert man nochmals bergab und kommt dann in Lauenstein direkt beim Gasthaus Goldener Löwe heraus.

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Abb. 4: Biergarten in Lauenstein 

In dem „Markgrafenweg“ wandern wir weiter zur Burg hinauf. Für den gesamten Rest der Wanderung ist unsere Markierung nun „weiß-blau-weiß-blau“. Man erreicht die Burg und läuft im äußeren Burghof (nach der Besichtigung des inneren Bereichs) am Wassergraben entlang rechts weiter und geht dabei am Burggasthaus vorbei. Durch ein Tor kommt man zum Zufahrtssträßchen, auf dem man bergab geht, bis man bei einem Haus, das ein „Skimuseum“ enthält, hingelangt. Wenige Meter nach diesem Haus biegen wir rechts in einen bergab führenden Fußweg ein; er ist außer mit den blauweißen  Strichen auch mit einer „3“ gekennzeichnet. Wir befinden uns nun auf dem ebenfalls sehr gut markierten Karl-Bock-Weg. Der schmale Pfad führt am Steilhang entlang (etwas Vorsicht bei Nässe und mit Kindern!). Bei einem Wegweiser „Zur Pralinenfabrik“ geht es dann hinunter zur Straße. Dort laufen wir ein paar Meter nach links überqueren die Straße und auf einer Brücke die Bahnlinie und ein Flüsschen. Nach rechts geht es dann auf der Straße weiter bis zum Parkplatz der Confiserie Lauenstein.

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Abb. 5: Die wehrhafte Toranlage der Burg Lauenstein

Hier bei einem großen Baum wandern wir nach links auf einem Waldsträßchen im Tal leicht bergauf. Die Abzweigung eines Rundwegs rechts lassen wir unbeachtet. Mir dem Karl-Bock-Weg verlassen wir dann die Waldstraße und gehen schräg nach rechts den Hang hinauf. Zur Zeit der Begehung (August 2006) war der Weg durch umgestürzte Bäume blockiert. Man kann diese Stelle dadurch umgehen, dass man bei Beginn des Windbruchs nach rechts (etwas mühsam) hinaufsteigt und oben nach dem Ende der gestürzten Bäume nach links ohne richtigen Weg eben und leicht bergab durch Himbeergebüsch  weitergeht, bis man am unteren Rand der Lichtung den Wanderweg wieder erreicht. Auf diesem geht man ohne Behinderungen bis zur Höhe und erreicht eine Wiese, an der man auf Wegspuren zu einem kleinen Sträßchen hinkommt. Geradeaus wandert man hier in einem Feldweg (erstmals ohne Markierung) weiter und gelangt wieder zu einem Teersträßchen und zu dem Ortsschild von Ludwigstadt.. Nun geht man immerzu auf der Straße geradeaus bergab bis man unten eine Vorfahrtstraße erreicht. Hier gehen wir ein paar Meter nach links und biegen dann rechts in die Bahnhofstraße ein, auf der wir zum Bahnhof hinaufsteigen.

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Abb. 6: Am Karl-Bock-Weg

Biergarteneinkehr bei der Frankenwaldwanderung

Direkt an der Wanderstrecke liegen die Biergärten des Gasthofs Goldener Löwe (Tel 09263-9430; Ruhetag Freitag) und des Burghotels. Der Biergarten des Burghotels (im Internet: www.burghotel-lauenstein.de) hat eine schöne Aussicht.

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